In mir zieht sich alles zusammen.

Die Uhr tickt und wir haben nicht mal bestellt.

Aus 2400 Punkten Vorsprung wurden 1000 Punkte.

Und nur noch vier Stunden übrig…

Was war passiert?

Letzte Woche hatte ich einen Lauf bei Duolingo.

Ich sammelte fleißig Erfahrungspunkte, während ich täglich meine Griechisch-Lektionen abriss.

Es gibt eine Rangliste und es gibt Punkte für Performance.

Der erste Platz gehört mir.

Mitte der Woche schoss mir dieser Gedanke durch den Kopf.

Platz zwei wurde hart umkämpft von Szilvia, Alexandru und Bkaaay.

So vergingen die Tage.

Als ich sonntags meine Morgeneinheit absolvierte, war alles safe.

Ich lag mit 2400 Erfahrungspunkten vorne.

Den Rest vom Sonntag waren wir an der Küste von Paphos unterwegs.

Nach 20000 Schritten, einer Busfahrt zurück nach Paphos und einem kleinen Cocktail fanden wir uns beim Inder wieder.

Ich war entspannt.

Als Katja kurz den Tisch verließ, checkte ich die Duolingo App am Smartphone.

BOOM.

Bkaaay wollte es wissen.

Anstrengende Menschen…

Was für ein großartiges Geschenk.

Statt auf Kampf- oder Fluchtmodus zu wechseln, wenn du anstrengende Menschen triffst, achte darauf, was du denkst und fühlst. Denn dort verstecken sich die größten Geschenke.

Anstrengende Menschen

Welches Geschenk ich fand, was du daraus für dein Leben mitnehmen kannst und wer am Ende den ersten Platz mit nach Hause nahm, verrate ich dir in diesem Artikel.

Was war das Geschenk?

Mich hat lange nichts mehr so kalt erwischt, wie dieser Blick aufs Smartphone.

In den letzten Monaten hat mich keine Situation wirklich aus der Ruhe gebracht.

Die einzigen intensiveren Trigger zeigen sich manchmal noch in der Beziehung mit Katja.

Das sind die Geschenke, von denen ich hier spreche. 

Deine Trigger.

Ein Trigger ist im Prinzip nichts weiter als ein Schlüsselreiz, der in dir eine Reaktion von Kampf, Flucht oder Tot stellen auslöst.

In meinem Beispiel war da sofort dieser Impuls, an Ort und Stelle die nächste Griechisch-Lektion zu starten und Bkaaay mal so richtig zu zeigen, wo der Hammer hängt.

Was bildet sich der Typ (oder wer auch immer sich hinter Bkaaay verbirgt) überhaupt ein?

Wenn es manchmal mit Katja anstrengend wird, überkommt mich eher der Impuls mich zu verpissen.

Und jedes Mal, wenn mein Steuerberater etwas möchte, will ich mich am liebsten tot stellen.

Du kennst das, oder?

Wir alle haben diese Momente.

Trigger sind abhängig vom Kontext.

Die beteiligten Personen und die spezifische Situation spielen eine Rolle.

Wie du an meinen Beispielen siehst, ist die gesamte Bandbreite vorhanden.

Kämpfen, Flüchten und Tot stellen. Manchmal auch ein Mix von allem.

In der Vergangenheit haben mich diese Momente ewig beschäftigt.

Mittlerweile ist es anders.

Ich habe eine Minute gebraucht, um den Duolingo Trigger für mich zu lösen.

Danach war ich wieder entspannt.

Wo in der Vergangenheit der Haussegen bei Katja und mir tage- oder wochenlang schief hing, braucht es heute nur ein paar Stunden.

Manchmal nicht einmal das.

Und Steuer ist nach wie vor nicht mein Lieblingsthema, aber heute mache ich es einfach.

Dafür durfte ich ein paar Einsichten sammeln.

Wertvolle Einsichten, die du für dein Leben mitnehmen kannst

Du darfst wach sein.

In dem Moment, wo dich ein Trigger erwischt, bist du reaktiv und unbewusst.

Du musst die deiner Aufmerksamkeit bewusst werden.

Das kannst du üben und es gibt Wege, dir das Ganze zu erleichtern.

Leichter wird es, wenn du Social Media und Nachrichten durch Zeit mit dir allein ersetzt. Ohne äußere Beschallung oder Ablenkung.

Üben kannst du es, wenn du dir immer wieder die Frage stellst, was du gerade denkst, wenn dich ein schlechtes Gefühl überkommt.

Wenn du dich schlecht fühlst, denkst du etwas Schlechtes.

Wenn du etwas Schlechtes denkst, hast du deine Aufmerksamkeit auf etwas Schlechtem.

Unabhängig davon, was du als „schlecht“ bezeichnest.

Dann darfst du deine Aufmerksamkeit verändern.

Je besser du darin wirst, umso kürzer werden deine Kampf-, Flucht- und Totstellphasen.

In dem Moment, wo du nicht mehr reaktiv bist, kannst du aktiv wählen.

Dann suche ich nach:

  1. Meiner Interpretation
  2. Meinem Vorurteil
  3. Meiner Bewertung

Und dann wähle ich neu.

Am Duolingo Beispiel war mein unbewusstes Denken, dass es Bkaaay es auf mich abgesehen hat, ich in einer blöden Situation bin, weil ich nicht eingreifen kann und mir die Zeit davonläuft. Dieses Denken hat sich anstrengend und unentspannt angefühlt.

  • Interpretation: Ich kann nicht eingreifen.
  • (Vor)urteil: Bkaaay hat es auf mich persönlich abgesehen
  • Bewertung: Anstrengende und unentspannte Situation

Nachdem ich das Geschenk erkannte, dachte ich Folgendes. 

Interessant, ich lass mich von einer Sprachapp stressen. Am Ende gehts doch um den persönlichen Fortschritt und nicht um den Vergleich. Da war ich diese Woche definitiv mit einer bestimmten Erwartung unterwegs. Danke für diesen Spiegel.

Und Bkaaay ist ne coole Socke mit Ambition. Falls nach dem Essen noch ein bisschen Zeit ist, triggere ich ein wenig zurück. Und wenn nicht, dann ist es auch cool. Durch die Aktion hat er den ersten Platz verdient.

Ich freue mich jetzt erstmal aufs Essen und auf die Zeit mit Katja. Das war beim letzten Mal schon super.

  • Interpretation: Danke, dass ich etwas über mich entdecken durfte.
  • (Vor)urteil: Bkaaay ist ne coole Socke, mit Ambition.
  • Bewertung: Essen und Zeit mit Katja wird super.

Das alles lief im Kopf ab und hat vom Trigger bis zur Wahl nicht viel länger als eine Minute gedauert. 

„Unser Leben ist das Produkt unserer Gedanken.“ – Marcus Aurelius​​​​​​​

Solche Zitate bekommen auf einmal eine ganz andere Würze.

Dieser Trigger hätte in der Vergangenheit dazu geführt, dass ich weder das Essen noch die Zeit mit Katja genieße, weil ich die ganze Zeit im Kopf und meiner Opferrolle fest gehangen hätte.

Und das wäre nur einer von vielen Triggern gewesen. Denn je aufmerksamer du den Geschenken anstrengender Menschen gegenüber wirst, umso mehr Trigger entdeckst du.

Das Schöne daran?

Trigger, die dich in der Vergangenheit kalt erwischt haben, verlieren ihre Wirkung, wenn du sie einmal aufgedeckt hast.

Das heißt nicht, dass sie dich nie wieder erwischen.

Du darfst weiterhin wach sein.

And the Winner is…

Anstrengende Menschen

Nach reichlich Essen, einer richtig guten Zeit und einem Verdauungsspaziergang zurück zum Apartment riskierte ich einen Blick aufs Handy.

Bkaaay war immer noch am hustlen, denn der Vorsprung war auf 300 Punkte geschrumpft.

Es waren zwei Stunden übrig und Katja hatte noch einen Call.

Durch meine Morgeneinheit hatte ich einen 15 Minuten XP Boost übrig.

Ich hatte nichts Besseres zu tun, also griff noch einmal an.

Nach einem 15 Minuten Sprint war der Abstand auf 800 Punkte gewachsen und Bkaaay warf das Handtuch.

Ich war im Flow, lernte noch ein wenig weiter und stellte Bkaaay eine Freundschaftsanfrage.

Als Dank für sein Geschenk und als kleine Erinnerung, wenn ich mal wieder mit einer bestimmten Erwartung auf Duolingo unterwegs bin.

Bkaaay nahm an. Wir sind jetzt Duolingo Buddys.

Anstrengende Menschen.

Es gibt sie nicht.

Andere Menschen können dich nicht anstrengen.

Du kannst nur wählen, dass sie dich anstrengen.

Denn Menschen sind im Außen.

Und das Gefühl der Anstrengung ist in dir.

Was nicht bedeutet, dass du dich die ganze Zeit mit Menschen umgeben solltest, die dich triggern. 

Vor allem, wenn du noch ein wenig üben darfst, deine Aufmerksamkeit zu lenken.

Solltest du das nächste Mal auf anstrengende Menschen treffen, achte darauf, was du denkst und fühlst statt im Kampf- und Fluchtmodus hängenzubleiben.

Es ist der schnellste Weg, wieder zu dir zu finden.

Und denk dran, dich am Ende zu bedanken.

Für das schöne Geschenk.


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